Produktentwicklung · 2024 - today
Von Citrix und Papier zu Kardio-MRT-Training im Browser
Wie ein medizinisches Institut Citrix und Papierfragebögen durch eine CME-akkreditierte Lernplattform mit DICOM-Viewer und automatischer Auswertung ersetzte.
Überblick
Die Ausgangslage
Das Circle Institute schult Kardiologinnen, Kardiologen, Radiologinnen, Radiologen und medizinisch-technisches Personal im Kardio-MRT. Präsenzkurse waren durch die Größe des Raums begrenzt.
Die Fernteilnahme lief über Citrix: Eine Ärztin oder ein Arzt öffnete DICOM-Studien auf einem Server und beantwortete danach Fragen auf Papier. Die Auswertung war manuell. Ein weiterer Versuch bedeutete denselben organisatorischen Aufwand.
Was ein Standard-LMS nicht konnte
Ein gewöhnliches Lernmanagementsystem konnte die eigentliche Aufgabe nicht abbilden. Diagnostik lernt man nicht anhand eines Videos, und kein Standard-Tool kombinierte die Funktionen der Art, dass medizinisches Personal echte anonymisierte Bilddaten im Browser interaktiv untersucht, analysiert und bewertet.
Die Vorgabe, die die Architektur bestimmte
Die Plattform musste durch die Ärztekammer CME-akkreditiert werden. Das war keine Auszeichnung, die man nachträglich auf eine fertige Software klebt, die Anforderung bestimmte die Architektur.
Die Patienten- & Metadaten mussten vollständig anonymisiert werden. DICOM-Studien und Nutzerdaten brauchten getrennte Datenbanken. Authentifizierung und Berechtigungen mussten formal geregelt sein, einschließlich Zwei-Faktor-Authentifizierung. Diese Entscheidungen mussten am Anfang fallen.
Die Entscheidung gegen einen eigenen Viewer
Für einen DICOM-Viewer im Browser gab es drei Wege. Selbst entwickeln hätte grob einen sechsstelligen Betrag und etwa ein Jahr gekostet, für ein bereits gelöstes Problem. Lizenzieren lag in einer ähnlichen Größenordnung, außerdem gibt es für diesen Anwendungsfall im Web nichts direkt Passendes.
Wir verwenden also zwei bewährte Open-Source-Komponenten: OrthanC als DICOM-Server und OHIF als Viewer, eingebettet in eine eigene Next.js-Oberfläche. Zwei DICOM-Server wurden integriert. Das Budget floss in die Lernplattform statt in einen Viewer, den man neu erfinden muss.
Was entstanden ist
Eine vollständige Lernumgebung statt eines einfachen Kursplayers. Fallpakete mit spielerischen Elementen, interaktive Fragebögen und Diagnostikmodule auf echten Studien, automatische Auswertung und erneute Versuche. Inhalte werden als Abonnements angeboten, sodass einzelne Indikationen nach Bedarf gekauft werden können.
Wir wählten AWS für die Infrastruktur: EC2, CloudFront, S3 und Lambda für weltweite Auslieferung und eine datenschutzgerechte Architektur mit Serverstandort Deutschland.
Wo die Plattform heute steht
Rund 900 medizinische Fachkräfte aus mehreren Ländern lernen auf der Plattform, etwa 200 davon zahlend, ohne großes Marketing & Tendenz steigend. Alle Nutzer kamen über das bestehende Netzwerk des Instituts.
Die Plattform ist durch die Ärztekammer CME-akkreditiert und Anfang 2024 gestartet. Die Entwicklung läuft seit Januar 2024 weiter.
Am meisten hat uns beeindruckt, wie er unsere wissenschaftliche und didaktische Vision verstanden und in eine funktionale, ansprechende digitale Plattform übersetzt hat. Juliens Stärke ist die seltene Verbindung aus Kreativität, technischer Kompetenz und der Fähigkeit, genau zuzuhören, Ideen zu erfassen und sie Wirklichkeit werden zu lassen.
Prof. Dr. Jeanette Schulz-Menger
Circle Institute
Screenshots




Technologie
Frontend
- Next.js 14
- React SPA
- GSAP
- Tailwind CSS
- Gamification
Backend
- Node.js
- MongoDB
- OrthanC
- OHIF
- Cognito
- Stripe
Infrastruktur
- AWS EC2
- AWS S3
- CloudFront
- AWS ALB
- AWS Lambda
Spezialisiert
- DICOM
- CME accreditation
- 2FA
Zeitplan
Projektstart
Jan 2024
Dauer
2+ years
Ausgeliefert
Ongoing
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